Entstehung – Äthiologie:

Hämorrhoiden entstehen oft durch chronische Stuhlverstopfung und häufig starkes Pressen beim Stuhlgang. Deren Auftreten wird auch durch ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsarmut, Übergewicht, Schwangerschaft und eine angeborene Bindegewebsschwäche verursacht.

 

Symptome:

Typisch für Hämorrhoiden sind Blutungen oder Blutauflagerungen am Stuhl und Toilettenpapier, auch Jucken, Brennen, Stechen, Nässen und Fremdkörpergefühl am After. Häufig leiden die Betroffenen über ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung und unkontrolliertem Stuhlverlust. Gelegentlich kommt es auch zum Hervortreten von Knoten am After.

 

Untersuchung:

Die Untersuchung erfolgt in drei Schritten. Nach einem ausführlichen Gespräch erfolgt die Inspektion des Afters. Danach wird eine Austastung durchgeführt. Den Abschluss bildet die Proktoskopie. Dabei wird der Enddarm mit einem kurzen starren Röhrchen dem sogenannten Proktoskop untersucht.

 

Behandlungsmethoden:

Abhängig von der Art der Erkrankung, der Größe der und der Beschwerdesymptomatik werden folgende Behandlungsmöglichkeiten angeboten.

  • Konservativ-symptomatisch:
    mit Salben, Zäpfchen, Medikamenten, Stuhlregulierung, Nahrungsumstellung, Sitzbäder
  • Gummibandligatur:
    Der Hämorrhoidalknoten wird mit einem Gummiband abgebunden und fällt nach ca. 4 – 10 Tagen ab.
  • Sklero- und Verödungstherapie:
    Dabei werden chemische Lösungen in die Knoten eingespritzt. Dadurch schrumpfen die Hämorrhoidenknoten.
  • Operative Methoden:
    Chirurgische Entfernung der Knoten (Operation nach Milligan-Morgan, nach Ferguson, nach Parks)
  • Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur:
    Bei dieser minimal invasiven Methode werden die Hämorrhoidalarterien mit einem speziellen Ultraschallgerät aufgesucht und mit Wendelnähten umstochen. Dadurch wird die Blutzufuhr der Hämorrhoidalknoten gedrosselt. Dies wiederum führt zu einer Schrumpfung derselben.
    Die Methode ist sehr schmerarm und komplikationsarm und bringt optimale Ergebnisse und eine hohe Patientenzufriedenheit.

 

Andere Erkrankungen des Enddarms:

Die oben angeführten Symptome und das Auftreten von Knoten am After können auch eine Vielzahl von anderen Ursachen haben.

So zählen zu den Krankheitsbildern in der Proktologie neben den Hämorrhoiden Marisken, Perianalvenenthrombosen, schmerzhafte Schleimhauteinrisse (=Fissuren), Fisteln, Abszesse, Feigwarzen (Condylomata acuminata) und Analkrebs. Stuhlverstopfung, unkontrollierter Stuhlverlust (Inkontinenz) und unterschiedliche Hauerkrankungen am After sind ebenfalls zu beobachten.

Eine genaue Diagnostik bietet die Voraussetzung für eine optimal wirksame Therapie.

 

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